Von "Memel" zu "Klaipeda"
Gegründet wurde Klaipeda als „Memel“ im Jahr 1252 durch den Livländischen Schwertbrüderorden (Brüder der Ritterschaft Christi von Livland). Ein Schloss, Memelberg, wurde erreichet und die umliegende Ortschaft wurde daraufhin Memel genannt. 1258 erhielt Memel die ersten Stadtrechte.
Im Jahr 1328 übertrugen die Litauischen Ritter Schloss und Stadt an den Deutschen Orden und wurde damit Teil des Gebietes des späteren Preussen. De folgenden Jahre waren bestimmt durch die vom deutschen Orden verordneter Christianisierung und den Auseinandersetzungen mit den neu gegründeten Staat Litauen. Erst 1422 werden die neuen Grenzen rund um die Stadt festgelegt, Memel gehört weiterhin zum Ordensgebiet.
Im 30 Jährigen Krieg hatte Klaipeda 1629-1635 eine kurze Periode unter schwedischer Verwaltung, im Nordischen Krieg wurde es 1678 erneut von Schweden eingenommen und bis auf die Grundmauern abgebrannt.
Im Siebenjährigen Krieg wurde Memel dann von Russland übernommen (1756-1762) und blühte erneut als Hafenstadt auf, vor allem wegen seiner Rolle als Werftstadt.
Deutschland forderte die Stadt 1871 zurück und behielt die Herrschaft über Memel bis zum Ende des Ersten Weltkrieges.
In dem nach dem Ersten Weltkrieg vereinbarte der Vertrag von Versailles wurde Klaipeda und der Nordteil des Kurischen Nehrung in ein Protektorat unter französischer Jurisdiktion gebracht. Die Memel Region blieb in einem staatenlosen Zustand, bis im Januar 1923 die Litauer einmarschierten und die Stadt nach Litauen eingliederten. Erst 1925 wurde Memel Klaipeda umbenannt.
Hitlers Nazi-Deutschland gliederte Klaipeda 1939 in das Deutsche reich ein. Die Nazis benutzten den Hafen als U-Boot-Hafen. Im Jahr 1945 wurde die Stadt in Grund und Boden bombardiert, bis sie schließlich von der Roten Armee von den Nazis befreit wurde.
Seit 1990 ist Litauen unabhängig. Das unabhängige Litauen erklärte Klaipeda zu einer Freihandelszone. Litauen ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union.